Einfach leben – Ausgabe 18: Gut begleitet auf der letzten Wegstrecke
Shownotes
In der 18. Ausgabe von „Einfach Leben – aus Trier für alle“ sprechen Corinna Rüffer und Alf Keilen mit Dajana Frömberg, Leiterin des ambulanten Hospizdienstes der Malteser, über ein Thema, das uns alle betrifft und über das trotzdem oft nur ungern gesprochen wird: Sterben, Tod und Abschied.
Wie sieht eine gute Begleitung am Lebensende aus? Welche Ängste beschäftigen schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen? Und welche Rolle spielen dabei Ehrenamtliche?
Dajana erzählt von ihrem persönlichen Weg in die Hospizarbeit und gibt Einblicke in den Alltag der ambulanten Sterbebegleitung. Dabei wird deutlich: Hospizarbeit bedeutet nicht nur, Menschen beim Sterben zu begleiten. Es geht darum, das Leben bis zuletzt lebenswert zu gestalten, Angehörige zu entlasten, zuzuhören und manchmal auch einfach ein Stück Normalität und Freude ins Haus zu bringen.
Gemeinsam sprechen die drei über Ängste vor Schmerzen, Atemnot und dem Alleinsein, über Trauer und Spiritualität, die Grenzen von Begleitung und darüber, warum der Tod in unserer Gesellschaft noch immer häufig verdrängt wird.
Eine Folge über das Sterben – vor allem aber über das Leben, menschliche Nähe und eine sorgende Gemeinschaft.
Shownotes:
- Malteser Hospizarbeit
- Bundesministerium für Gesundheit: Hospiz
Produziert von Thomas Schneider.
Transkript anzeigen
00:00:04: Herzlich willkommen
00:00:05: zur
00:00:06: achtzenden Ausgabe von Einfachen Leben aus
00:00:09: Trier
00:00:10: für alle.
00:00:11: Und ihr wisst,
00:00:12: wir – das
00:00:13: bin ich Corinna Rüffern neben mir sitzt!
00:00:15: Ich bin der
00:00:16: Alf Keilen
00:00:17: und da drüben sitzen der Thomas mit der Technik.
00:00:21: Der hat wieder alles super toll
00:00:23: vorbereitet
00:00:23: und er hat sogar
00:00:24: den heutigen Gast eingeladen...
00:00:27: ...und ich habe auch
00:00:27: ein Mikrofon.
00:00:28: Und er hat einen Mikrophone?
00:00:29: Das ist
00:00:30: super!
00:00:31: Alph, wen
00:00:32: haben wir eingeladen heute?
00:00:33: Ja.
00:00:34: Wir haben heute die Diana Frömblackt ... Diana!
00:00:37: Also so einen schönen Namen.
00:00:38: Der ist toll, oder?
00:00:39: Ganz toll.
00:00:40: Vielleicht kannst du einfach mal erklären gleich wie er an diesen schönen Name gekommen
00:00:43: ist.
00:00:43: Soll ich das erst grad machen?
00:00:44: Ja, finde ich schon.
00:00:46: Ich hab dir noch nie gehört.
00:00:47: Hallo, Diana.
00:00:48: Hallo zusammen.
00:00:50: Danke für die Einladung.
00:00:51: Ich habe mich sehr gefreut.
00:00:52: Ähm ja mein Name ist besonders weil meine Mutter es ähm Ende der dreißiger Jahre geboren und hat nie Englisch gelernt, aber hat damals gerne Schlager gehört.
00:01:06: Und Paul Anker hat ... fünfziger Jahre ein Song herausgegeben und der hieß Oh Please Stay With Me Diana.
00:01:15: singen doch
00:01:16: bitte noch einmal.
00:01:18: Oh please stay with me
00:01:20: Diana.
00:01:22: Der geht ja richtig ab.
00:01:24: Ja, und Peter Krauss hat ihn dann nachher auch nochmal
00:01:26: gesungen?
00:01:28: Auf Deutsch!
00:01:29: Auf Deutsch, ein bisschen fetziger.
00:01:31: Mhm.
00:01:32: Aber so kam ich immer in die Erklärungsnot, warum mein Name aus drei As und einem J besteht.
00:01:39: Heute bin ich froh, früher fand das ganz forschtbar.
00:01:42: Also wenn man sich immer buchstabieren muss ... aber heute bin ich Froh!
00:01:45: Es hat so einen Alleinstellungsmerkmal.
00:01:48: Also
00:01:48: es ist quasi die direkte vom englischen Übersetzung ins Deutsche Diana.
00:01:54: Finde ich toll.
00:01:55: Das ist schon
00:01:56: toll, ne?
00:01:57: Ja.
00:01:57: Super.
00:01:58: Damit sind wir schon mitten im Thema.
00:02:01: Sind wir mit dem Thema?
00:02:02: Ja, Diana sitzt bei uns.
00:02:04: Diana hat uns viel zu erzählen und ich denke ... Wir sind jetzt so locker und wissen wie dieser Name entstanden ist und können anfangen.
00:02:15: Let's go!
00:02:15: Ich würde sagen, wir fangen an.
00:02:18: Wir fangen mal an mit Thomas, der uns erzählt, warum hast du diesen Gast
00:02:22: vorgeschlagen?
00:02:23: Warum habe ich diesen Gast vorgeschlagen?
00:02:26: Also wir kennen uns eigentlich über meine Frau,
00:02:28: weil die
00:02:28: auch Prospizdienst macht ehrenamtlich bei den Maltesern und irgendwie dachte ich das ist ein interessantes Thema was viele Leute betrifft.
00:02:39: Irgendwann im Leben
00:02:41: oder
00:02:42: sehr wahrscheinlich irgendwann im Leben und ich glaube man darf auch nicht vergessen dass das Ehrenamt dann eine wichtige Rolle spielt, weil ohne die Ehrenamter glaube ich wäre das ganze Thema sehr wahrscheinlich sehr schwer zu gewerkstelligen.
00:02:54: mit fest eingestellt
00:02:55: glaube ich.
00:02:56: Absolut, nur mit Hauptamtlichen wäre das nicht zu stemmen tatsächlich.
00:03:01: Ja, das stimmt und seine liebe Frau ist bei uns schon lange Ehrenamtliche und macht neben der Sterbebegleitung auch Beratung zur Patientenverfügung.
00:03:13: und es bei uns in so einem kleinen Arbeitskreis wo manche ehrenamtlich also fünf ehrenamtliche extra noch mal mit uns zusammensitzen und immer wieder über die Zukunft des Dienstes so mit uns beraten, Veranstaltungen planen.
00:03:30: Uns auch mal zurücknehmen wenn wir ein bisschen zu hoch hinaus wollen oder uns auch mal pushen Wenn wir nicht aus den Ladchen kommen.
00:03:39: also das ist schon ganz toll.
00:03:41: Jetzt sind wir mitten im Thema.
00:03:45: Du leidest, hab ich gelesen seit zwei Tausendzwanzig.
00:03:49: Denn der ambulanten Hospizdienst bei den Maltesern
00:03:54: und
00:03:55: also ich
00:03:55: würde sagen
00:03:58: nicht nur in Deutschland aber auch in Deutschland wird über den Tod das Sterben ja nicht so gerne geredet.
00:04:03: wie kommt man da hin?
00:04:05: Warum leitest du diesen HospizDienst?
00:04:10: Also wenn ich mal zurückblicke wie das so nach meinem Abitur war.
00:04:16: Da wusste ich gar nicht, was ich machen sollte und wollte aber zu Hause ausziehen und habe geguckt ... Ach!
00:04:23: Welche Ausbildung bringt so viel Kohle, dass sich auch ausziehen kann noch während der Ausbildung?
00:04:29: Und dann hab' ich geguckt, ah, Krankenschwester, ah weiß ich jetzt nicht meine Schwester ist Krankenschweste, meine Mutter hat's gelernt und ich wollte da eigentlich nicht.
00:04:37: Hab mich trotzdem beworben und das war ein Segen und habe direkt gemerkt, dass die Arbeit mit schwerkranken Menschen mich unheimlich erfüllt.
00:04:46: Und es war also mein Weg von Anfang an ... Ich bin nie auf irgendwelchen normalen Stationen gewesen.
00:04:52: Ich hab begonnen bei der Strahlentherapie.
00:04:56: Bin dann über onkologische Stationen gekommen auch mal Intensivstationen aber ich fand die Gespräche mit schwererst kranken und sterbenden Menschen immer am Erfüllendsten Und hatte auch dann nie Berührungsängste.
00:05:10: tatsächlich und bin dann nachdem meine Töchter geboren wurden, habe ich irgendwie so gedacht nur zu Hause ist auch doof.
00:05:20: Meine älteste Freundin, meine Sonnenkastenfreundin arbeitet bei dem Malteser und hat dann gesagt Du jammerst mir hier zu viel, wir brauchen Ausbilder für erste Hilfe.
00:05:31: Dann hab ich da begonnen und bin relativ schnell in die Ausbildung für Schwestern, Helferinnen- und Pflegediensthelfer.
00:05:40: Und dann war plötzlich eine Stelle freiem Demenzdienst, im Jahr den Diensten.
00:05:44: Dann habe ich den Dienst geleitet und der Hospizdienst ist so neben mir gewachsen und braucht Verstärkung.
00:05:54: Der damals Geleiter sagte immer ... Du bist auch Krankenschwester, hast du nicht Bock.
00:05:59: Und ich hatte
00:05:59: Bock.".
00:06:00: Dann ging das los und erst mal als Hausbietskoordinatorin.
00:06:03: der Dienst wurde immer größer.
00:06:05: Es wurden immer mehr Begleitungen vor allem weil wir auf dem Land unterwegs sind.
00:06:09: also wir sind zwischen Drittenheim- und Freudenburg unterwegs vor allem ländlich.
00:06:19: Ja dann hat der Kollege sich entschieden die Leitung nicht mehr zu machen und wegzugehen Und dann haben wir überlegt, was machen wir?
00:06:30: Dann hat das Team mich bestärkt auch die Leitung zu machen.
00:06:34: Was hab ich dann gemacht?
00:06:35: und seitdem ist das so.
00:06:37: Das Team wächst immer weiter.
00:06:38: Wir sind jetzt sieben hauptamtliche Mitarbeiterinnen.
00:06:43: Wir waren sechs in der Sterbebegleitung und einer Kollegin in der Trauerbegleitung.
00:06:50: Du hast gerade gesagt, MitarbeiterInnen ... Ich geh mal davon aus, dass es weniger Männer sind.
00:06:56: Wir haben einen Mann, ganz genau ein.
00:06:59: Und der ist auch noch der Jüngste und wir finden das ganz toll weil wenn man sich so umguckt, so Pflege- und auch Palliativversorgung ist eher weiblich immer noch leider... ...und wir brauchen aber auch Männer in der Begleitung, weil es sterben ja nicht nur Frauen die nach Frauen fragen, wir brauchen auch mal Männer für andere Gespräche Also, wenn man als Mann im Krankenhaus liegt oder am Pflegeheimen liegt.
00:07:30: Man hat doch permanent Frauen um sich rum und da ist es schon gut, wenn da mal ein Mann kommt und mal anders spricht.
00:07:43: Manchmal freut sich auch mal eine Frau, wenn einen Mann kommt.
00:07:46: Deshalb sind unsere ehrenamtlichen Männer so wichtig, weil die einfach mit anderen Sachen kommen.
00:07:54: Du hast jetzt die Chance anzuwerben?
00:07:58: Welche Männer stellt sie dir vor, die diese doch sicherlich anspruchsvolle Arbeit angehen könnten?
00:08:07: Junge oder Alte.
00:08:11: Wie stellt sie dich vor?
00:08:12: Wie sollen die sein?
00:08:15: Also ich finde ... Ich finde es sollte sein dass jemand der bei uns tätig wird im Ehrenamt sowie im Hauptamt muss erst mal gut zuhören können und empathisch sein, sich auf Menschen einlassen.
00:08:32: Nicht mitleiden, sondern mit fühlen sein ... Und seinen Tag selber strukturieren können, selbstständig arbeiten können.
00:08:41: Das machen unsere Ehrenamtlichen auch.
00:08:43: Also die planen ihre Besuche ja auch selbständig.
00:08:49: Vielleicht ein bisschen ideenreich?
00:08:52: Vielleicht ein wenig verrückt, dass man sich auch mal ... Nicht schäumt, wenn man sich mit demenziell veränderten Menschen unterhält.
00:09:01: Wenn es ein bisschen lustiger wird... Sterbebegleitung ist nicht nur Handhalten am Bett.
00:09:09: Das ist Leben in die Bude bringen und Freude mitbringen.
00:09:15: Absolut!
00:09:16: Also ... Wenn ich von meinem Beruf erzähle und die Menschen haben keine Berührung damit, die sagen, oh, das könnte ich aber nicht.
00:09:25: Das ist aber schwierig!
00:09:27: Also Krankenschwester ist schon schlimm, aber palliativ Kerakraft, Hospizdienst ... so.
00:09:33: Und ich sage dann immer, dass der schönste Beruf den ich mir vorstellen kann.
00:09:38: Ich hab Zeit, ich habe Muße, ich gehe jedes Mal erfüllt wieder nach Hause Und die Dankbarkeit der Menschen ist das allergrößte Geschenk.
00:09:49: Also helfen macht sowieso glücklich und in dem Moment, wenn wir merken ... Ich glaub, das können die Ehrenamtlichen auch bestätigen.
00:09:56: Wenn sie von einem Besuch nach Hause kommen haben das Gefühl ich hab da entlastet, ich habe da ein Stück weit Normalität wieder mitgebracht in diesen Haushalt wo es sich nur um Krankheit dreht sonst.
00:10:11: Das ist einfach wunderbar!
00:10:15: erzählt, dass besonders bereichernd die Gespräche sind mit den Sterbenden.
00:10:21: Schmerkranken wahrscheinlich aber mit Sicherheit ja auch mit dem Umfeld, den Familien und Freunden, mit den Begleiterinnen.
00:10:29: ist dir so eine bestimmte Situation besonders in Erinnerung im Team, die du vielleicht schildern möchtest?
00:10:38: Also
00:10:39: wir kommen auch manchmal wenn der Mensch gar nicht bereit ist über sterben Tod zu sprechen.
00:10:47: Ich bin mal in einem Palliativteam im Krankenhaus gebeten worden, direkt mal im Anschluss zu einem Mann ins Zimmer zu gehen und mich vorzustellen.
00:10:58: Der wüsste Bescheid.
00:11:00: Er hatte eine schwere Lungenerkrankung und ich gehe da hin ... Und er war sehr ablehnt.
00:11:07: Und der sagte zu mir, ah, wissen Sie was?
00:11:11: Ich würd gern schlafen, sie können jetzt gehen!
00:11:14: Und ich hab gedacht, also... Harte Nuss.
00:11:17: Und dann rief seine Frau mich an und sagte, wenn man hat mich gerade angerufen, der hat gesagt, das blonde Gift hat, ich brauche aber nicht mehr zu mir zu
00:11:24: kommen.".
00:11:27: Dann sagt sie, was mache ich denn jetzt?
00:11:29: Ich will sie, aber ich kann das nicht allein!
00:11:32: Dann haben sie da passend auf, ich komme zu ihnen, wir setzen uns an den Tisch und wenn ihr Mann dazu kommen will, kann er das gerne tun.
00:11:42: Bei jedem Besuch ist er näher gerückt Weil er gemerkt hat, dass ich ihm gar nichts will und für seine Frau hilfreich bin.
00:11:49: Dass sie sich entlasten konnte.
00:11:51: Als es an's Sterben ging, ist er ganz nah rangerückt und hat gesagt, hör mal Mädchen, wenn ich sterbe bist du bei
00:11:58: mir.".
00:12:01: Und das war sehr schön!
00:12:04: Da waren Hartnuss ... Aber ja, die Familienkinder, die die Frau waren einfach froh auch anrufen zu können.
00:12:13: Ich helfe holen zu können, Rat suchten.
00:12:16: Und die Hausärztin war auch froh, tatsächlich ja.
00:12:19: Normalerweise hat man so die Vorstellung vom Sterben das vielleicht die Leute selber, die Menschen selber spüren dass es zu Ende geht.
00:12:31: aber möglicherweise das Umfeld, den ich gehen lassen möchte.
00:12:36: sind das auch so?
00:12:37: Situationen die du erlebt hast?
00:12:40: Ja also da gibt's Klienten sagen an, ich möchte nicht mehr leben.
00:12:47: Also ist es jetzt gut wenn's vorbei ist und die Angehörigen oder die Zugehörigen klammern können sich das ganz schlecht vorstellen, die Mutter den Vater zu verlieren ... Und in einer Familie sind nie alle auf der gleichen Verarbeitungsstufe.
00:13:05: Der Mensch, der krank ist, ist vielleicht schon ein Stück weiter aber die Tochter hat ein Problem damit die Mama gehen zu lassen.
00:13:12: Und manchmal sind die Kinder total gefasst und wissen, wo's hingeht.
00:13:19: Weil sie gut aufgeklärt sind ... Und die sterbende Person sagt, nee-nee-nee!
00:13:25: Also ich geh noch dahin, mach das.
00:13:27: Dann geh ich zur Kommunion von meinem Enkelkind.
00:13:30: Eigentlich wissen alle oder glauben zu wissen, dass wird nichts mehr.
00:13:35: Das ist ein Auftrag für uns im Haupt- und Ehrenamt, die Menschen da abzuholen.
00:13:40: Die aufzugreifen, wo Sie gerade stehen Verständnis für alle Seiten, rauszulocken zu entwickeln und auch auszuhalten wenn es nix wird.
00:13:54: Also ... Wenn der Mensch, der stirbt in der Ablehnung ist Und kein friedliches Sterben sich einstellt.
00:14:04: Genauso wenn die Angehörigen sagen, die Mama darf immer noch nicht gehen Auch wenn wir's eigentlich wissen.
00:14:14: Was mich interessiert, noch mit Blick auf deine berufliche Vergangenheit hat dieses Thema Sterben gehen lassen?
00:14:23: Begleiten in deiner ursprünglichen Ausbildung eine Rolle gespielt.
00:14:29: Im sehr geringen Umfang also.
00:14:32: wir wurden sehr ins kalte Wasser geworfen.
00:14:34: ich auf der ersten Station wo ich war auf der Strahlentherapie hatte ich meinen ersten Spätdienst mit einer Krankenschwester alleine und dass jemand gestorben war meine erste Leiche, die ich gesehen hab.
00:14:45: Und ich musste mit dieser Krankenschwester die verstorbene Person dann runter in den Keller bringen?
00:14:53: Das
00:14:53: war schräg!
00:14:54: Ich hatte noch nie die Prosektur gesehen ...
00:14:58: Was ist
00:14:59: das?
00:14:59: Das ist der Raum, wo die verstorbenen Menschen im Krankenhaus hinkommen und sich aufgebahnt werden, damit die Angehörigen sich verabschieden können.
00:15:08: Und da ist auch ein Kühlraum.
00:15:11: Genau.
00:15:13: Aber ich habe gemerkt, es war für mich nicht schlimm.
00:15:18: Der Anblick war für sich nicht schwer und aber im Unterricht hat mir das gefehlt tatsächlich.
00:15:24: Wir hatten ... Ich hab im Mutterhaus der Boromäerin Ausbildung gemacht.
00:15:28: Das fing in den Jahr die Paliativstation oben direkt unter dem Dach auf der neunten Etage.
00:15:38: Und wir wussten, das ist anders als auf den anderen Stationen.
00:15:42: Aber wir hatten eigentlich keinen Berührungspunkte damit.
00:15:45: Wenn jemand auf der Palliativstation als Schülerin oder Schüler eingesetzt war ja ... aber wir wusste gar nicht viel davon.
00:15:53: Also das Thema Sterbebegleitung, Trauer, Angehörigenarbeit hat mir im Nachhinein schon gefehlt.
00:16:04: Ich hätte es sehr geholfen, wenn ich das im Unterricht mehr gehabt hätte, tatsächlich.
00:16:09: Wird das denn heute bei der Ausbildung von Personal in Krankenhäusern oder sonst im medizinischen Personal eher rücksichtigt?
00:16:18: Oder ist es immer noch
00:16:19: so?
00:16:21: Ich habe tatsächlich keinen großen Einblick aber da wir auch immer wieder als Dienst angefragt werden vor den Pflegeschulen was zu dem Thema zu erzählen und auch ein bisschen zu unterrichten denke ich ist es schon ein gutes Stück mehr als damals.
00:16:38: ja
00:16:41: Das sind die Gründe, warum Menschen Angst haben vom Sterben.
00:16:46: Es ist das Tod sein, dass alleine sein, das Schmerzen
00:16:50: haben ... Also von mir kann ich sagen, ich hab vom Sterbe tatsächlich gar keine Angst.
00:16:58: Weil ich mich da schon sehr getragen fühle und habe viel gesehen.
00:17:02: Ich weiß wo ich anrufen muss.
00:17:04: Das ist glaub ich das Wissen.
00:17:07: Darum wie es gehen kann, ist schon sehr beruhigend.
00:17:13: Die Menschen, die wir begleiten, haben Angst vor dem Symptom beim Sterben.
00:17:18: Sie wollen keine Schmerzen haben und keine Luftnot leiden.
00:17:24: Und viele wollen nicht alleine sein.
00:17:26: Alleine sein heißt eigentlich nicht in der Minute des Todes zu sein, sondern sie wollen begleitet sein bis dahin zum Punkt, wenn ein Mensch stirbt ... Egal wie viele Menschen ums Bett rum sitzen, der Mensch geht seinen Weg nachher alleine.
00:17:44: Und jeder individuell, jede Begleitung ist da anders.
00:17:49: Wir merken aber, wenn wir mit in den Begleitungen sind im Haupt- und Ehrenamt nimmt das ein gutes Stück von dieser Angst.
00:17:58: Weil wenn man sich im Vorfeld über diese schweren Dinge unterhalten kann, sich entlasten kann ... die Angst dahingehend nicht mehr so groß.
00:18:10: Nicht bei allen, aber bei vielen und ... Die Sicherheit der Angehörigen ist ganz wichtig.
00:18:18: Wenn wir eine Familie im Hintergrund haben oder zugehörige Nachbarn, die sich auskennen, wissen was zu tun ist oder was sie tun können wo sie anrufen können dann gelingt auch die Sterbebegleitung für alle besser.
00:18:35: Ja ich hab mich natürlich auf das Gespräch ein bisschen vorbereitet und habe dabei festgestellt, wie jung die ganze Bewegung ist.
00:18:43: Die ganze Hausbietsbewegung so wahnsinnig jung es.
00:18:45: erst in den Ende der Sechziger Anfang des Siebziger ging das in England los und in Deutschland kam das dann noch viel später.
00:18:53: Dann wurde es durch die AIDS-Geschichte gepusht.
00:19:01: Ich hätte jetzt fast gerade einen Boom.
00:19:02: also es wurde deutlich mehr an Arbeit daran investiert Und trotzdem so ein paar Dinge fehlen mir dann auf.
00:19:11: Noch in den Achtzigerjahren war man der Meinung, dass sechzig Prozent aller Ärzte gesagt haben, der Kranke darf nicht über seinen Zustand informiert werden.
00:19:22: Das fiel mir so auf, das ist doch heute sicherlich, hoffe ich doch völlig anders!
00:19:27: Also ich würde mir jedenfalls wünschen wenn ich in einem Zustand wäre, wo ich sehe.
00:19:33: Es wird schwerer, dass mir der Arzt oder die Ärztin sagt ... Meister!
00:19:39: Das ist nur noch ein Zeitlang und dann würde ich mich freuen, wenn eine Sterbebegleitung oder ein Hospizdienst auf mich zukäme.
00:19:46: Warum war das so?
00:19:47: Kannst du das zu irgendetwas erklären?
00:19:50: Es ist mir sehr fremdgefallen.
00:19:54: Ist gar nicht so schwer.
00:19:55: Ärzte sind dazu angetreten, Leben zu
00:19:58: retten."
00:19:59: Leben zu verlängern, leben zu erhalten.
00:20:02: Und da ist jede sterbende Person eine Niederlage.
00:20:06: Genau, ja, das
00:20:07: verstehe ich.
00:20:09: Das war noch lange auf Intensivstationen so und das für Notärzte und für Rettungspersonal auch immer noch ein Thema ... Wir selber wollen nicht sterben und wir wollen die anderen Menschen auch nicht stermen lassen.
00:20:22: Ich hab selbst noch erlebt, dass in Sterbenden ins Badezimmer im Krankenhaus geschoben wurden.
00:20:27: weil kein Zimmer frei war und man den anderen nicht zumuten wollte, dass da jemand dabei verstirbt.
00:20:33: Und dann hat man die Menschen in dieses Badezimmer geschoben, wo noch die Infusionsständer standen und noch das Gerümpel von Schwesternschülerinnen und so ... Das ist heute nicht mehr so.
00:20:47: Das ist ganz anders.
00:20:48: Man hat einen ganz anderen Blick.
00:20:50: Ich glaube, je mehr darüber gesprochen wird, desto weniger ... Tabu belastet ist das Thema und dann können wir uns auch darauf einlassen, dass andere Menschen sterben.
00:21:06: Das Sterben schon immer einen Tabu oder ist sozusagen das Zurückholen in die gesellschaftliche Aufmerksamkeit?
00:21:18: quasi noch mal einen Anschluss an der andere gesellschaftliche Phase.
00:21:23: Was immer so, dass man Menschen alleingelassen hat, möglichst?
00:21:27: Ganz im Gegenteil ... Wenn wir zurückdenken auf Zeiten, wo Familien zusammengelebt haben und die Oma mit dem Haus groß war, dann hat das Enkelkind auch erlebt, wenn die Omas stirb.
00:21:40: Die ist dann aufgebart worden nach dem Versterben.
00:21:44: Das Kind hat die ... Sterbesituation erlebt, hat auch im Vorfeld erlebt das die Oma krank wurde.
00:21:52: Heute versuchen wir eher unsere Kinder zu schützen und dieser Satz ich will ihn so in Erinnerung behalten wie er war aber es gehört ja dazu.
00:22:04: jemand der stirbt ist ja noch nicht tot sondern der ist auf dem Weg und der will begleitet werden.
00:22:08: da soll jemand mitgehen und ihn dann gehen lassen.
00:22:15: Ich glaube, dass es heutzutage einfach schwierig ist.
00:22:20: Weil wir eine sehr leistungsorientierte Gesellschaft sind.
00:22:24: Wir wollen fit sein und sollen jung sein.
00:22:26: Wir müssen schön sein.
00:22:28: Und da gehört alt und krank werden nicht dazu.
00:22:35: Wenn wir mal hingucken, wer eher zum Arzt geht ... Frauen passen da schon noch ein bisschen besser auf sich auf, Männer gehen eher weniger zum Arzt.
00:22:45: und auch wenn wir mit Klienten sprechen.
00:22:49: Also das Thema sterben und tot ist da schon manchmal noch schwierig aber es gehört dazu.
00:23:00: Hat es denn auch etwas damit zu tun dass unsere Gesellschaft altert?
00:23:04: Wir werden ja deutlich älter als zu Zeit meiner Großeltern.
00:23:09: Mein Großvater ist mit ... Das war für mich ein uralter Mann!
00:23:14: Ich bin jetzt seventy-two.
00:23:17: Ja, er ist tatsächlich noch im Kreise seiner Familie gestorben und war dann auch in seinem Schlafzimmer aufgebracht.
00:23:25: Und ich hab als kleiner Junge ihn dann liegen sehen.
00:23:30: All das war früher auf zumindest auf dem Lande eine Selbstverständlichkeit.
00:23:35: Es hat damit zu tun, dass wir älter werden.
00:23:38: Dass einfach der Sterbevorgang in ein höheres Alter verlegt wurde und vielleicht auch eine Beruhigung damit einhergeht, was meinst du dazu?
00:23:51: Vielleicht auch aber ich denke auch dass Familien eher auseinander gehen.
00:23:56: heute also es gibt mehr Scheidungen heute.
00:24:01: Partnerinnen ziehen voneinander weg, mal in andere Städte.
00:24:05: Dann werden Kinder mitgenommen ... dann nehmen Kinder einen Studiengang auf und ziehen dahin, wo sie vielleicht studiert haben weil sie da Partnerinnen oder Partner gefunden haben.
00:24:17: Also wir haben selten Familien, wo alle noch da sind.
00:24:21: Das war früher anders In der Stadt vielleicht?
00:24:25: Aber auf dem Land.
00:24:26: Jetzt ist es auch schon so
00:24:29: Was ich damit gemeint habe.
00:24:31: Dieser Sterbeprozess wird ja im höheren Alter eingeleitet.
00:24:35: Das ist nicht der plötzliche Tod, der das Ganze ohnehin verhindern würde eine Sterbebegleitung.
00:24:42: Sondern wenn jemand über einen längeren Zeitraum Abschied nehmen muss, dann besteht immerhin auch heute noch die Chance, wenn man überall verteilt ist, dass man zusammenkommt.
00:24:52: Das meine ich damit.
00:24:53: Also das ist wohl eher der Fall als es bei einer Gesellschaft ist wo die Menschen jünger sterben?
00:25:01: Früher sterben.
00:25:02: Auf jeden Fall,
00:25:03: das
00:25:04: stimmt.
00:25:06: Ja noch einmal auf den Punkt zurück wie sich diese Entwicklung angebahnt hat.
00:25:15: ich habe selbst seinerzeit einiges gelesen.
00:25:19: kübleros glaubt es war die frau die das zum ersten mal thematisiert hat mit dem sterben.
00:25:24: also Das war noch in den neunzelzebten, achtziger Jahren einfach ein absolutes Tabuthema.
00:25:29: Du hast es eben selber angesprochen und wurde dann erst wieder in die Gesellschaft aufgenommen?
00:25:36: Glaubst du, dass sich unsere Gesellschaft da ein Stück weiterentwickelt hat oder glaubst du das eher andere Gründe
00:25:43: hätte?
00:25:47: Ich glaube schon, dass unsere Gesellschaft sich dahin entwickelt nochmal mehr nach den anderen zu gucken ... Also zu gucken, wie geht's dem anderen?
00:26:00: Hoffnungsvoll ist das.
00:26:03: Wenn ich sehe ... Ich
00:26:04: hör das gerne!
00:26:05: Wie unsere Ehrenamtlichen so sind auch nicht in unserem Dienst sondern auch unseren Malteser-Jugend fangen dann schon Jungen an und gehen über den Rettungsdienst zum Beispiel und machen da weiter im Ehrenabend oder unser Besuchs- und Begleitdienst ob mit oder ohne Hund.
00:26:19: Das sind alles Menschen die sich für andere ... engagieren, weil wir brauchen eine sorgende Gemeinschaft.
00:26:26: Sonst sind wir völlig verloren.
00:26:28: also man kann ja auch sagen wenn jeder nach sich schaut dann ist nach jedem geguckt.
00:26:36: aber da sind mir alle fürchterlich alleine so.
00:26:40: und die Menschen die zu uns kommen die kommen erst mal aus Neugierde oder weil sie was erlebt haben in dem sind gut begleitet worden in der sterbe Situation eines Angehörigen oder eben gerade nicht und haben dann gesagt, also ich hätte da was gebraucht.
00:26:57: Und ich möchte nicht dass noch mal jemand so stirbt oder so wenig betreut ist wie es mir ging.
00:27:04: Dann kommen die und dann machen sie den Kurs und entwickeln sich während des Kurses immer weiter und am Ende ist keiner so wie er begonnen hat.
00:27:14: Das ist auf ... Korinne hat schon gesagt, hoffnungsvoll.
00:27:17: Es ist wirklich eine Gegenbewegung zu dem was unsere Gesellschaft unserer Zeit im Moment so ausmacht.
00:27:24: Dieses alle gegeneinander und dieses fehlende soziale Gemeinschaft die man so fühlt.
00:27:30: Vielleicht ist ja gar nicht so extrem wie uns die Medien das oder die sozialen Medien uns das verkaufen wollen.
00:27:36: vielleicht gibt es ja viel mehr sorgende Menschen die uns allen gut tun würden als wir das im Moment annehmen.
00:27:45: Ich glaube das, weil ich das jeden Tag sehe.
00:27:50: Wir alle sorgen uns um andere Menschen in unterschiedlichen Abstufungen aber jeder schaut nach anderen, jeder sorgt sich und unsere Ehrenamtlichen sind wenn sie mit der Ausbildung fertig sind total heiß darauf in die erste Begleitung zu gehen.
00:28:11: nicht weil Sie Das als Sensation empfinden, sondern das was sie gelernt haben.
00:28:17: Was Sie verinnerlicht haben an den Menschen bringen wollen und das was Sie mitbekommen, was Sie mitten nehmen.
00:28:28: also wenn wir mal gucken diese die Waage des Ehrenamtes so was bring ich mit?
00:28:34: Und was nehme ich wieder von den Familien zurück?
00:28:38: Also der Becher ist immer voller wenn sie zurück kommen.
00:28:44: Tolles Bild
00:28:49: dass er jetzt noch nicht so stehen lassen.
00:28:53: Aber es wäre ein fantastisches Schlusswort gewesen schon, ne?
00:28:57: Also habt ihr's denn auch schon mal oder hast du schon mal erlebt das Leute gesagt haben
00:29:02: ich
00:29:03: pack das Lech?
00:29:06: Ehrenamtler,
00:29:07: oder?
00:29:12: Ja aber erst in Situationen wo ich schon längst gegangen wäre, wo ich ja lange weg gewesen wäre.
00:29:20: also Wir dürfen uns nicht vorstellen, ne?
00:29:23: Also wir haben so eine Vorstellung von dieser wunderbaren Sterbebekleidung und alle sterben friedlich.
00:29:28: Und alles schläft friedlich ein ist nicht so.
00:29:33: Der jeder Mensch stirbt individuell.
00:29:35: Manchmal sterben auch Menschen die sich sehr schwer tun mit dem Sterben.
00:29:40: Und ... Sterben verändert das Aussehen.
00:29:44: Sterben verändern oft auch die Psyche.
00:29:47: Es kommt doch auf die Erkrankungen an Und wir begleiten einfach auch Menschen, die sehr in der Abwehr sind.
00:29:53: Es gibt eine Situation, eine ehrenamtliche Wollte einen Mann begleiteten, der sich halt nicht so benommen hat wie man sich das vorstellt.
00:30:07: und ich hab sie irgendwann mal gefragt, wie lang willst du das noch machen?
00:30:11: Sie sagt ja aber ich bin doch dafür angetreten und es ist schwer ... drei Wochen später kam sie, geht nicht mehr.
00:30:19: Dann sag ich okay!
00:30:21: Aber du hast dich entschieden, das ist auch gut so.
00:30:26: Das darf die Ehrenamtliche auch sagen?
00:30:28: Nee, das passt nicht!
00:30:30: Da fühle ich mich nicht mehr gut oder ... Ich bin da nie mehr hilfreich und ... Also unsere Ehrenabendlichen sollen nie das Gefühl haben, dass sie über ihre Grenzen gehen.
00:30:41: Sie gehen oft an ihre Grenze aber drüber hinaus verlangen wir nicht.
00:30:45: Und wenn es nicht mehr geht aus unterschiedlichen Gründen dann besonders.
00:30:53: Dann ist das absolut in Ordnung und da sind wir auch sehr froh drüber, dass die sich zurücknehmen und sagen, nee, das mache ich nicht
00:30:59: mehr.".
00:30:59: Du hast jetzt gesagt sterben sei auch eine Frage der Haltung?
00:31:04: Hab' ich das richtig
00:31:04: verstanden?
00:31:05: Absolut!
00:31:06: Kannst du dazu noch ein bisschen was sagen?
00:31:12: Also wenn wir mit dem Begriff Hospiz uns mal angucken... Der ist ja hier in Deutschland so verbunden mit dem Haus.
00:31:20: Im Englischsprachigen-Raum ist Hospiz die Haltung.
00:31:23: Das ist alles, das ist Palliativversorgung, das is Pflege und Begleitung.
00:31:32: Wenn ich einen Menschen begleite der Schwerkrank ist und dann sterben geht, muss ich aushalten, dass er Dinge anders sieht als ich?
00:31:41: Ich muss das was er mir sagt als wahr hinnehmen, auch wenn es mir nicht gefällt, In der Trauer ist über seine Situation, es ist meine Aufgabe jeden Schritt mitzugehen und zu erkennen, wo er sich gerade befindet.
00:31:59: Der Mensch und immer im Gespräch zu bleiben.
00:32:03: Und ich brauche eine gewisse Haltung Menschen gegenüber damit ich diese Arbeit machen kann.
00:32:10: Die muss wohlwollend sein und die darf niemals wertens sein.
00:32:17: Wir werden alle, wir sehen jemanden und denken Schublade auf.
00:32:21: Und sind dann überrascht, wenn wir den Menschen kennenlernen.
00:32:25: In der Sterbebegleitung haben wir oftmals gar nicht so lange Zeit, jemand kennenzulernen.
00:32:29: Aber deshalb sind die Kontakte auch sehr schnell sehr intensiv.
00:32:33: Die Menschen geben sehr schnell viel von sich Preis ... und unsere Ehrenamtlichen auch.
00:32:39: Der Mensch möchte wissen, wer ist mir da gegenüber?
00:32:42: Mit wem hab ich dazu tun!
00:32:46: Deshalb wird das sehr schnell eng Und da muss man sich einerseits gut abgrenzen können und andererseits auch aushalten können, dass da andere Meinungen sind.
00:32:58: Als begleitende Person bin ich dafür da, auszuhalten was da passiert.
00:33:06: Was mich noch interessieren würde ist die Frage nach
00:33:10: der
00:33:11: Spiritualität, Religiosität.
00:33:15: Es war ja früher so ... das alle sagen wir mal im Stand der Heiligmachengnadung katholisch zu formulieren, gestorben sind und alle haben sich da über starbe Sakramente und so weiter vorbereitet.
00:33:28: Das hat sich in der Gesellschaft mittlerweile sicherlich stark verändert.
00:33:31: Man stirbt nicht mehr mit dem Himmel vor der Nase sondern viele werden ja auch religiös sterben.
00:33:39: wie geht ihr damit um?
00:33:40: Lasst ihr euch auf das spirituelle ein oder ist es eher eine ... Ein Backoffice.
00:33:50: Also, die Malteser sind hier ein katholischer Verein und wir stehen da auch sehr dazu.
00:33:57: Und deshalb ist uns Glaube-Religiosität schon wichtig von uns aus.
00:34:03: aber ich glaube dieses christliche Sein das eine Haltung genau wie die hospitliche Haltung und die geht uneinander nicht so.
00:34:14: Wir haben mit Menschen zu tun ... die haben mit dem Bodenpersonal der Kirche ein Problem.
00:34:20: Das ist oft der Grund, warum sie sich da entfernt haben ... Aber tatsächlich steckt in jedem Menschen einen spiritueller Kern.
00:34:33: Selbst die Menschen, die sagen, Sie sind Artheisten und glauben an nichts, schon gar nicht an den gut lieben Gott, fragen sich am Ende Ihres Lebens Was hab ich eigentlich da gemacht?
00:34:49: Wie war mein Leben, blicken darauf zurück und reflektieren das sehr stark.
00:34:56: Und sind sehr offen für solche
00:34:58: Gespräche.".
00:35:01: Da kommt auch manchmal die Frage, wie sieht man das aus?
00:35:04: Wo kann ich denn hin nach dem Sterben?
00:35:07: Da kann ich ja keine Meinung dazu sagen ... Ich weiß es nicht.
00:35:12: Ich habe nur meinen Glauben zu.
00:35:14: Ich sag dann immer wissen Sie Ich glaube, wir sind hier auf dieser Erde um zu üben für das was danach kommt und da wird wunderbar.
00:35:28: Und oftmals reicht diese Antwort und manchmal muss man näher ins Gespräch gehen.
00:35:33: Wir hatten auch eine Klientin die hat gefragt tut verbrennen weh?
00:35:36: sie hat am Anfang mit ihrem Sohn darüber gesprochen wie sie beerdigt werden möchte und dann haben sich auf die günstige Variante geeinigt Und dann fing das an, ihr zu arbeiten.
00:35:47: Sie hatte Angst, dass wenn sie tot ist, das Verbrennen wehtut.
00:35:51: Solche Fragen werden wir konfrontiert.
00:35:54: Aber Spiritualität steckt in uns allen?
00:36:00: Darf ich noch eine Frage dazwischen
00:36:02: stellen?
00:36:02: Immer!
00:36:04: Es geht um das christliche Bild.
00:36:07: Wir haben mittlerweile einen Viertel Menschen mit Migrationshintergrund ... Migrationshindernis.
00:36:17: Ist das nicht toll?
00:36:18: Danke, ich kann
00:36:20: gleich
00:36:21: direkt mal aufnehmen!
00:36:24: Diese Menschen mit Migrationshintergrund die teilweise auch aus anderen Regionen kommen haben unter Umständen eine etwas andere Vorstellung von Spiritualität wie christliche Menschen und ihr werdet dir wahrscheinlich als du hast gesagt Klienten eher mehr in Zukunft haben als Herz.
00:36:45: Wie geht ihr damit
00:36:45: um?
00:36:48: Grundsätzlich begleiten wir alle Menschen, egal welcher Herkunft und welchen Glaubens.
00:36:54: Daran habe ich nicht gezweifelt.
00:36:56: Und tatsächlich ist es immer noch so, dass wir sehr wenige Familien mit Migrationshintergrund begleitet haben.
00:37:07: Nicht weil wir das nicht möchten, ganz im Gegenteil.
00:37:10: Ich frag mich immer ... was in den Familien da ist.
00:37:14: Aber über meine Arbeit, auch in der SAPV, in einer spezialisierten ambulanten Hospizversorgung habe ich verstanden dass diese Familien diese medizinische Versorgung annehmen können.
00:37:27: aber diese psychosoziale Entlastungen macht die Familie selbst.
00:37:32: Das ist interessant!
00:37:35: Wenn ich mir eine türkische Hausfrau, die jetzt siebzig ist vorstelle und die wird schwer krank.
00:37:42: Da sitzt die Familie da, die sind alle da.
00:37:44: Und dann kommen auch Onkelstanten und Cousinen, die wechseln sich ab.
00:37:50: Ich hatte ein Gespräch mit einer albanischen jungen Ärztin.
00:37:54: Die fragte mich, was ich so mache?
00:37:56: Und ich sagte, was Pizzarbeiter sagt sie in Albanien gibt's das gar nicht!
00:38:00: Wir versorgen unsere alten Menschen selbst.
00:38:03: Ob das gut ist oder nicht hat sie nicht eine Frage gestellt, sondern es gab keine Alternative.
00:38:09: Wir haben einen Ort wo alte Menschen Leben, weil es zu Hause nicht mehr funktioniert.
00:38:15: Das gibt's in manchen Ländern nicht.
00:38:18: Das ist bei uns in der westlichen Gesellschaft eine andere Sache.
00:38:23: so ... Was wir haben?
00:38:27: Wir haben auch Ehrenamtliche die keine deutsche Herkunft haben also die Migrationshintergrund haben und die auch dann gezielt eingesetzt werden wenns gebraucht wird.
00:38:42: ne?
00:38:43: Weil Wenn ich mich ausdrücken möchte in meiner Muttersprache und hab einen Menschen gegenüber, der meine Redewendung und meine Art zu sprechen nicht kennt.
00:38:55: Es gibt ja schon Formulierungen die sind so unterschiedlich auch ... es gibt Sprachen, die sind wesentlich gefühlsbetonter als jetzt Deutsch.
00:39:05: Und wir haben zwei Ehrenamtliche, die russischsprachig.
00:39:10: Da kommt's aber eher nicht zur Begleitung sondern zu Dolmetscherfunktionen, die dann eher auch mal mit Ärzten telefonieren oder einfach mal so ein Übersetzungsgespräch machen auf Briefe gucken.
00:39:25: Das ist tatsächlich immer noch Sache der Familie diese Begleitung.
00:39:30: Ich find's nicht schlimm!
00:39:32: Also ich hab jetzt nicht das Bedürfnis dass wir alle migrantischen Familien in unser Boot nehmen und sagen ihr müsst jetzt von uns begleitet werden aber Wir sind herzlich gerne für diese Familien da, also das ist uns auch ganz wichtig.
00:39:49: Ich glaube es gibt auch so eine Barriere auf uns zuzugehen wo anzurufen wenn man die Sprache nicht so gut spricht.
00:39:55: das hätten wir auch gerne dass da diese Hemmschwelle nicht mehr so da ist.
00:40:01: Wir haben manchmal aus dem Krankenhaus kriegen wir Menschen angemeldet.
00:40:07: Mit Migrationshintergrund funktioniert das auch gut.
00:40:10: Aber von alleine, dass sie in Flyer gesehen haben oder von einem Hausarzt in den Hand bekommen und uns anrufen, ist eher die Ausnahme.
00:40:18: Dann ist es eine Aufgabe zu einem interkulturellen Austausch ein Stück weit zu kommen um zu verstehen, wo vielleicht die Bedarfe liegen?
00:40:28: Und auch auszuhalten, wenn's dem Bedarf gar nicht so gibt ...
00:40:32: Das ist doch super!
00:40:34: Ich hab's ein bisschen... Verstanden vielleicht in so einer idealisierten Weise, dass die Hospiz-Bewegung ja auf so ein Ziel zuarbeiten könnte.
00:40:43: Dass es sie irgendwann gar nicht mehr braucht?
00:40:45: Weil das Sterben zurückgeholt ist in der Gesellschaft.
00:40:48: oder ist das nicht?
00:40:51: Ach, das wär toll aber ... glaub ich nicht.
00:40:54: Also wird mein Job auch unnötig machen?
00:40:58: Das wäre scharf!
00:41:00: Aber tatsächlich glaube ich bei der Entwicklung, die wir jetzt haben, die Menschen werden älter Die werden leben auch länger mit ihren Erkrankungen.
00:41:10: Früher ist man an seiner Krebserkrankung viel schneller gestorben, das ist heute durch die Therapien einfach mal eher verlängert, auch mit mehr Lebensqualität.
00:41:22: Ich glaube aber, dass wir den Menschen Sicherheit geben und ... Auch wenn sie vieles wissen, tut es gut zu wissen, wo kann ich anrufen, wenn ich eine Krise habe?
00:41:35: Das ist das!
00:41:36: Und wie ja... bieten Entlastung, aber vor allem Hilfe zur Selbsthilfe.
00:41:42: Wir trauen den Menschen ganz viel zu und wir muten ihnen auch einiges zu.
00:41:46: Wir sagen ihnen zum Beispiel wie es gehen kann oder geben ihn Telefonnummer in die Hand.
00:41:51: Und wenn's nicht gut geht, dann greifen wir ein.
00:41:57: Wenn wir merken sie können das sind ja froh.
00:42:00: Also Angehörige, die selber leisten können Was sie können, dann sind die nachher in der Begleitung total glücklich und sagen am Ende, das hat mir gut getan.
00:42:12: Ich hätte gerade zu dem Bereich Angehörige noch eine Frage.
00:42:18: Diese Sterbbekleidung umfasst ja mehr als nur das Gespräch mit dem Sterben oder der Sterbenden, sondern wird sicherlich auch auf die Angehöre ausgedehnt.
00:42:29: Man hat ja mit Sicherheit Kontakt zu den Angehörpern gibt es ... Bei euch auch eine Arbeit nach dem erfolgten Tod.
00:42:39: Gibt es eine Trauerbegleitung?
00:42:43: Wer hinterher ist das mit in Begriffen?
00:42:45: oder
00:42:45: ein neues Felsen?
00:42:46: Mit dem Paket!
00:42:49: Das wird ja auch kommerzialisieren.
00:42:53: Es interessiert mich ganz einfach, weil ... wird ja mit dazugehören, denke ich.
00:42:59: Aber jetzt pass mal auf... Die Begleitung, die wir abschließen sind in den allermeisten Fällen so gut dass die Angehörigen da keine Trauerbekleidung brauchen.
00:43:11: Das ist ja toll!
00:43:12: Tatsächlich Wir haben eine Trauer-Bekleidung.
00:43:15: also wir haben elf Ehrenamtliche die Trauerbekleidungen machen und einen Hauptamtlichen.
00:43:21: Die Anfragen, die da kommen sind eher ... Da ist jemand plötzlich verstorben.
00:43:26: Hat sich jemand zuizidiert?
00:43:28: Da ist ein Erwachseneskind plötzlich im Urlaub verstorbt.
00:43:32: Also so Dinge, die nicht vorhersehbar waren, sind oft Situationen, wo jemand den Boden unter den Füßen weggezogen bekommen hat und braucht dann Gespräche.
00:43:47: Manchmal reicht ein Gespräch, dass einfach jemand ... ... mir zuhört.
00:43:55: Ich kann mich entlasten, ich kann auch mal mit meiner Wut wohin?
00:43:58: Trauer ist ja nicht nur Traurigkeit.
00:44:00: manchmal sind Selbstzweifel, es sind Schuldgefühle die einen begleiten.
00:44:07: Manchmal ist es auch, dass man Stinke sauer ist, dass der Mann jetzt einfach weg ist.
00:44:11: Dass er einen Unfall hatte.
00:44:14: Wieso bin ich jetzt alleine?
00:44:16: Das sind so Situationen, wo eine Trauer ... Begleitung bedürfen.
00:44:21: Aber grundsätzlich finde ich, dass jeder sich auch eine Trauerbegleitung gönnen dürfte.
00:44:30: Einfach nur um noch mal darüber zu sprechen mit jemandem der nicht aus meinem familiären und dem Freundschaftsumfeld kommt, sondern jemanden, der mich anders anguckt, den ich mich nicht bemitleidet ... mich nicht sieht als, ah ... ist er?
00:44:49: Also hat ihren Mann verloren.
00:44:50: Sondern auf Augenhöhe mit mir arbeitet, mir vielleicht Tipps an die Hand gibt, mir eine Hausaufgabe mitgibt.
00:44:58: was kann ich machen bis zum nächsten Termin?
00:45:01: wie schaffe ich den Weg wieder ins Leben zurück ohne den liebevollen Gedanken an meinen verstorbenen Menschen aufzugeben?
00:45:12: also der Mensch so etwas schaffen gut weiterzuleben.
00:45:18: Und trotz dieser Trauer, Trauer ist ja eigentlich eine Ressource.
00:45:24: also wir haben die Fähigkeit zu trauern.
00:45:27: das macht ihr ganz sagt ja ganz viel was über uns aus und über Beziehungen in der starbe bekleidung begleiten wird dahin dass Angehörige den Weg mitgehen können dass sie sich selber gut begleitet fühlten dass Sie sich sicher fühlen dabei zu bleiben.
00:45:48: Am Ball zu bleiben, da zu bleiben obwohl sie eigentlich weglaufen wollen weil es manchmal einfach nicht schön ist und das ist was anderes.
00:45:56: deshalb machen unsere Sterbebegleitende nicht auch die Trauerbekleidung in der gleichen Familie.
00:46:04: Okay verstanden
00:46:07: Das sind andere Funktionen.
00:46:08: also das ist etwas ganz anderes.
00:46:11: die eine Person kommt für die Sterbekleidung macht die Trauerbegleitung und auch nicht zu Hause, sondern eher auf neutralem Boden.
00:46:22: Das ist auch noch mal so ein Zeichen dafür ich muss aus dem Haus gehen.
00:46:26: Ich muss noch mal woanders hingehen und ich bleibe nicht da, wo der Sterbe ... Wo mein Mann oder meine Frau verstorben
00:46:34: ist.
00:46:35: Trauern die Begleitenden
00:46:37: auch
00:46:38: manchmal?
00:46:39: Total!
00:46:41: Also ... Eine Ehrenamtliche hat mir noch gerade gesagt, es geht schon ein ganzes Jahr zu Frau so und so.
00:46:50: Wenn die mal stirbt?
00:46:53: Natürlich!
00:46:55: Das ist ja auch traurig vor allem wenn eine Begleitung intensiv war.
00:46:58: also ich kann einen Ja wo hingehen und das kann nämlich sehr gut abgrenzen und das weiß ich.
00:47:03: aber es gibt auch Begleitungen.
00:47:04: die sind sehr schnell sehr intensiv.
00:47:07: Und auch wenn wir die ehrenamtlichen noch so gut darauf vorbereiten so auf Nähe und Distanz zu achten zu sagen, er geht nicht als Freunde dahin.
00:47:16: Sondern als Begleitperson im Auftrag der Malteser.
00:47:22: Das gibt ja auch so ein bisschen Distanz mit dem Namensschild und so ... Aber trotzdem passiert das.
00:47:28: Und dass dann jemand anruft und sagt, ah, sie ist verstorben.
00:47:31: Ich bin so traurig, es war schön.
00:47:35: Aber auch den Abschluss zu finden und zu sagen ich gehe jetzt auf die Beerdigung mit.
00:47:41: In der Gruppe sprechen, ich kann bei der Supervision mein Thema mitbringen.
00:47:46: Das ist natürlich auch ganz wichtig, dass die Ehrenamtlichen da begleitet werden.
00:47:50: Also jederzeit durch uns und auch durch externe
00:47:55: Supervisionen.".
00:48:13: Darf ich noch was
00:48:14: ...
00:48:17: fragen?
00:48:19: Hast du den Eindruck, dass die meisten Sterbenden oder von euch begleiteten Person medizinisch gut versorgt sind?
00:48:30: Ja.
00:48:32: Auf jeden Fall!
00:48:33: Also wenn wir hier in die Stadt gucken, wir sind ja hier unterwegs im Raum Trier und Saarburg, das finde ich schon.
00:48:43: Ich glaube, je weiter man rauskommt, je ländlicher es wirkt wird desto schwieriger ist das.
00:48:50: Aber tatsächlich hat sich über diese spezialisierten ambulanten Hospizdienste Ärzte vorhalten die auch in vierundzwanzig Stunden Rufbereitschaft vorhalten und lange Strecken fahren hat sich das auf jeden Fall gut verbessert.
00:49:10: Das ist auch wiederum sehr hoffnungsvoll.
00:49:13: Und die Frage führt mich jetzt noch ein bisschen weiter, also wir haben in Berlin im Deutschen Bundestag in unterschiedlichen Legislaturperioden immer wieder über das Thema Suizidassistenz geredet und in den Gesprächen, die ich dazu geführt habe – auch im privaten Umfeld – haben die Leute
00:49:33: häufig
00:49:34: das Thema angeführt dass sie Angst davor haben mit Schmerzen... gehen zu müssen und dass das eine Begründung dafür ist, warum sie darüber nachdenkende Suizidassistenz in Anspruch zu nehmen.
00:49:47: Was sagst du dazu?
00:49:50: Also kann man beim Sterben wirklich die Schmerzen, die Atemnot... Kann man das gut in den Griff bekommen?
00:49:59: Jein!
00:50:00: Das ist ein ganz klares Jein.
00:50:03: Also zur Suizide-Assistenz.
00:50:05: also wir als Maltese haben dann natürlich ganz klare Haltung.
00:50:12: Hospizarbeit ist pure Lebensbejahrung und wir begleiten den Menschen bis zum Tod, obwohl wir auch verstehen dass jemand in einer Ausnahmesituation sagt ich kann so nicht mehr leben.
00:50:28: es ist auch manchmal schon passiert das uns Klienten angesprochen haben hör mal du hast doch Mittel und Wege gekommen.
00:50:35: oder ja ich will jetzt endlich.
00:50:39: Das ist keine Aufforderung zur Suizidhilfe, sondern das ist ein Ausdruck von ich will so nicht mehr leben.
00:50:50: Es gibt in der ganzen Zeit, in der ich da bin und auch meine Kolleginnen und Kollegen es gibt nicht einen assistierten Suizide durchgeführt worden ist weil sobald ein Mensch eingebunden ist in dieses Netz psychosozial entlasten, dass ich jemand habe der die Medikamente vorhält.
00:51:13: Der kommt wenn ich ihn brauche.
00:51:15: Ich hab Menschen an meiner Seite Dann ist die Frage nicht mehr da.
00:51:23: Es gibt Situation.
00:51:24: Da kann ich mir auch gut vorstellen das es trotzdem passiert aber das sind keine menschen die von uns begleitet werden glaube ich.
00:51:33: Deshalb also das Thema ist auch groß und das ist auch in anderen Regionen anders Aber hier tatsächlich nicht so.
00:51:42: Dennoch sind wir gut vorbereitet auf das Thema, dass wir sprachfähig sind und Menschen, die diesen Suizidwunsch haben, sagen dürfen, dass sie mit ihnen ins Gespräch gehen und fragen, was dazu führt oder was die Not ist.
00:52:02: Sobald Menschen gut aufgeklärt sind und auch wissen, dass es eine Situation gibt wo sie schlafen dürfen dass sie, wenn es wirklich eine Symptomflut ist die schlecht beherrschbar ist.
00:52:18: Es gibt Schmerzen diese nicht zu lindern, es gibt eine Luftnot, die nicht zu lendern ist und hat auch immer mit der Psyche zu tun.
00:52:24: Und wenn ein Mensch so fertig ist, so müde ist und so ausgezerrt ist von seiner Krankheit dann tut ihr manchmal gut zu schlafen.
00:52:33: Dann kann man einen Menschen nach guter Beratung palliativ sedieren.
00:52:37: Dann darf der mal schlafen, das wird von Ärzten begleitet, wird stationär gemacht kann aber auch ambulant gemacht werden und nach zwölf Stunden wird der Mensch dann nochmal gefragt schlaven oder wach bleiben?
00:52:51: viele sagen ist gut jetzt ich habe gut geschlafen ich bin jetzt noch einmal kraft hab jetzt noch mehr Kraft und andere sagen ich möchte schlafe.
00:53:02: das darf sein und dass hat mit Assistenten soziert nichts mehr zu tun.
00:53:06: Sondern das ist Symptomkontrolle, das ist ... Symptommlinderung.
00:53:12: und wenn ich das weiß, dass mir in einer Situation von Brutaler Symptomen lasst, mir das jemand anbietet?
00:53:21: Das ist schon sehr beruhigend!
00:53:26: Wie werde ich denn überhaupt ehrenamtlich aus Beeshelfer?
00:53:31: Ganz einfach!
00:53:33: Einfach uns anschreiben per E-Mail oder anrufen und das Interesse bekunden.
00:53:39: Und dann machen wir einen Termin für ein Gespräch, der interessierte Mensch bekommt von uns einen Vorbereitungsbogen was ihn dazu bewegt in die Hausbietsarbeit zu wollen welche Erfahrungen die Person schon gemacht hat mit Sterben Tod und Trauer.
00:53:59: und dann gehen wir in ein gemeinsames Gespräch ist ein Auswahlgespräch und dann gucken wir ob es passt.
00:54:06: sind die meisten Personen tatsächlich dabei.
00:54:09: Es gibt ja einen Grund, warum man sich für die Hospizarbeit interessiert und dann startet immer im Januar ein neuer Kurs der erstreckt sich über ein bisschen mehr als hundertzwanzig Unterrichtseinheiten.
00:54:24: Der Kurs besteht aus einem Grund- und einem Vertiefungskurs Und in der Mitte gibt es eine Praktikumsphase wo zu verschiedenen Themen referiert wird aber auch Die angehende Helferin der Helfer in eine Einrichtung geht und auch bei uns mitfährt.
00:54:42: Um einfach zu sehen, wie ist das?
00:54:45: Wie kommen die an die Menschen?
00:54:46: Wie sieht das in den Haushalten aus?
00:54:49: Und wie ist es in den Senioreneinrichtungen, in der Begleitung?
00:54:56: In der Phase sieht man eher weniger Menschen sterben, aber man hat schon mal die ersten Berührungspunkte.
00:55:03: Am Ende werden die Menschen ausgesendet und dann gibt es noch mal ein Abschlussgespräch.
00:55:08: Da zeigt sich, ob die Person weitermachen möchte als Ehrenamtliche oder sagt, der Kurs hat mir viel gebracht.
00:55:16: Es hat mir sehr geholfen, aber ich trau' mir das nicht zu.
00:55:20: Aber das sind eigentlich ... Ich hab das selten erlebt in den ganzen Jahren.
00:55:27: Danke, das klingt spannend!
00:55:29: Ist es auch.
00:55:29: Es macht immer wieder Spaß und unser Kurs wird nicht nur hauptamtlich geleitet sondern auch mit zwei Ehrenamtlichen die da ein großes Engagement zeigen und natürlich auch für den Kurs einen Gewinn sind weil ehrenamt kann viel besser von ihren amt lernen.
00:55:49: Okay danke
00:55:52: Ja, wir
00:55:52: haben ja schon viele ... Das ist die achtzehnte Folge.
00:55:55: Wir haben immer mal wieder über das Leben gesprochen und haben unseren Podcast einfach Leben genannt.
00:56:01: Und das ist das erste Mal, dass wir übers Sterben gesprochen haben?
00:56:05: Was ja aber auch Teil des Lebens ist.
00:56:07: Richtig!
00:56:08: Also bin ich schon der Meinung, einfach Leben
00:56:10: passt oder?
00:56:12: Ich fand es großartig.
00:56:13: Thomas vielen Dank, dass du sie eingeladen hast.
00:56:16: Ja, wunderbar.
00:56:17: Wahnsinn.
00:56:17: Und ab jetzt
00:56:19: einfach Leben.
00:56:20: Genau, danke.
00:56:35: Danke.
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